PZR nicht an Kosten scheitern lassen

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) ist eine sehr effektive Karies- und Parodontitisprophylaxe. Dennoch nehmen viele Patienten aus Kostengründen keine PZR in Anspruch. Doch es gibt Alternativen.


Über die Sinnhaftigkeit von professionellen Zahnreinigungen gibt es nur wenige Zweifel. So hat eine viel zitierte Studie von Per Axelsson aus Schweden bereits in den 80er Jahren in Langzeituntersuchungen (über 30 Jahre) nachgewiesen, dass eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung das Parodontitis- und Kariesrisiko erheblich senkt.

Die PZR besteht aus zwei wesentlichen Bestandteilen. Das sind zum einen umfangreiche Informationen über ein individuelles Mundhygienekonzept. Also wie und mit welchen zusätzlichen Hilfsmitteln Zahnseide, Interdentalbürsten (Zahnzwischenraumbürsten), Mundwasser etc. Patienten ihre Zähne zu Hause am besten reinigen können. Zum anderen enthält die PZR eine gründliche Reinigung der zugänglichen Zahnflächen und Zahnfleischtaschen in der Zahnarztpraxis. Selbst Patienten, die auf die häusliche Zahnpflege besonders viel Wert legen, schaffen es nicht, diese Bereiche so ausreichend zu reinigen wie es die PZR vermag. So hat jeder Backenzahn fünf und die Frontzähne vier Oberflächen. Alle diese Flächen müssen gereinigt werden. Der Zahnbelag sitzt überall und besonders gern zwischen den Zähnen. Diese Stellen sind auch mit Hilfsmitteln wie Zahnseide oder Zwischenraumbürsten nicht so gut zu erreichen wie dies im Zuge einer PZR in der Zahnarztpraxis gesehen kann. Nach der Reinigung im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung werden die Zähne des Patienten zudem noch poliert und fluoridiert. Denn an glatten Oberflächen können sich Bakterien schlechter festsetzen. Fluorid repariert Demineralisationserscheinungen an Zähnen. Deshalb ist es auch besonders wichtig, dass die zu Hause verwendete Zahnpasta Fluorid enthält.

Die Argumente für eine professionelle Zahnreinigung sind sehr überzeugend. Dennoch wird die sehr sinnvolle PZR noch immer nicht von allen Patienten in Anspruch genommen. Der Grund liegt in den Kosten. Denn eine PZR ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Zwar geben einige Krankenkassen einen Zuschuss, aber Patienten müssen die PZR zum Teil oder ganz selbst zahlen. „Die Denkweise keine PZR durchführen zu lassen, greift etwas zu kurz“, erläutert Asja Ramina, Zahnärztin in Berlin-Kreuzberg. „Denn wenn aufgrund von Erkrankungen oder mangelnder Zahnpflege ein Zahn verloren geht, sind die Kosten für den Patienten für künstlichen Zahnersatz wie beispielsweise ein Implantat deutlich höher.“ Von ästhetischen Aspekten oder Schmerzen vor der Zahnbehandlung ganz zu schweigen. Asja Ramina kann dennoch die Bedenken der Patienten nachvollziehen und hat deshalb den Zahnfitclub ins Leben gerufen. Als Mitglied dieses Clubs erhalten Patienten regelmäßig auf sie individuell zugeschnittene professionelle Zahnreinigungen. Der Monatsbeitrag beginnt ab 9 Euro und richtet sich nach der individuellen Mundsituation und den daraus resultierenden Zeitaufwand bei der Behandlung. „Wir denken, eine PZR sollte nicht als Luxus gelten. Deshalb bieten wir im Rahmen des Zahnfitclubs große Vorsorge für kleines Geld.“